Die große Quengelexemplar-Poetry-Challenge, Folge 5: Das zweite Duell

Nachdem ich das letzte Mal nur sehr knapp gegen meine Herzallerliebste gewonnen habe, setze ich nun ein zweites Mal meinen Ruf als Dichter aufs Spiel. Diesmal ist der von mir sehr geschätzte Elbpoet mein Gegner. Hier ist zunächst einmal die Vorgeschichte:

Und hier sind die Ergebnisse:

Elbpoet

Marry Poppins

Worte sind leicht gewählt,
doch ich wage mal zu sagen,
das Sie oft und gern nichts zu sagen haben.
So wie dieses Gedicht, dieser Text,
vielleicht oder gerade deswegen
entspricht er nicht der Norm,
denn wenn es Eine gäbe,
nähm ich eine Säge und sägte Sie entzwei,
damit ich hätte Dreierlei,
ich Weichei.
Ich, ich, ich.
Fang mich, ein oder auch nicht,
ruft Sie und versteckt sich hinter dem Gestrüpp.
Ich bin nicht verrückt doch auf Grund der Säge
immer noch Dreierlei,
doch das ist ihr Einerlei,
denn ich bin ja hier
und Sie ist dort,
versteckt sich und ihre Zahnlücke,
und hofft ich finde Sie nicht.
Genregegulierung, nennt das der Mann im Spiegel,
auf dem Bild auf dem Klo.
Und sowieso läuft hier was falsch,
denke ich,
aber das ist falsch,
denkt Sie.
Und so kommt es, das ich nicht so gut drauf bin wie Sie.
Sie, die die Klobürste kaufte
um jetzt damit Jagd auf mich zu machen.
Kleine Menschen kämpfen dreckig,
denke ich,
aber das ist falsch,
denkt Sie,
und kämpfen ist ja sowieso doof,
denken wir und verfallen uns und fallen uns in die Arme.
Marry Poppins kommt vorbei und zeigt uns ihren neuen Kinderwagen,
SUPERCALIFRAGELISTISCHEXPIALIGETISCH,
denken wir,
aber das ist falsch,
denkt Sie und fliegt wieder davon.
Ihren Regenschirm hat Sie vergessen.
Dafür haben wir jetzt Einen und müssen uns keine Sorgen mehr machen,
denken wir,
aber das ist falsch,
denn in dieser Situation denkt man nicht,
man fühlt oder auch nicht,
aber dann ist man tot und kann sich den ganzen Scheiß sparen,
ruft Sie.
Sie hat richtig zugehört,
denke ich,
aber das ist falsch,
denn niemand hat ihr gesagt das Sie zwischen den Zeilen lesen soll.
Und am Ende ist es so wie immer.
Ich wache auf und sie liegt neben mir.

(Link zum Originaltext)

Quengelexemplar

TRAUERLEIER

Was soll’s noch ergeben,
dieses Dasein, das mich so schlaucht?
Ich tauche nur ins Leben
wie die Klobürste ins Klo taucht.

Weinend, zitternd schleicht sich
meine Seele durch Gestrüppe.
Quält sich und zerreißt sich,
wird ein seelisches Gerippe.

Traurigkeit ergreift mich
und mein Lächeln bleibt Verzierung.
Glück – mir unbegreiflich
wie die „Genreregulierung„.

Kann’s trotzdem nicht lassen
durch die Straßen mich zu schleifen,
auch in dunklen Gassen
durch die Zahnlücke zu pfeifen:

Supercalifragi-
listischexpialigorisch
.
Wer stets singt, der klagt nie,
lebt er noch so provisorisch.“

So, jetzt seid ihr an der Reihe. Stimmt bitte möglichst zahlreich über das Gedicht ab, das euch besser gefällt. Die Abstimmung läuft 24 Stunden lang. Morgen abend wird dann der Sieger gekürt. Ich bin sehr, sehr gespannt!

Die Abstimmung ist beendet!

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2 Gedanken zu „Die große Quengelexemplar-Poetry-Challenge, Folge 5: Das zweite Duell

  1. […] Klobürste, Gestrüpp und Genreregulierung waren der Anfang. Was daraus wurde könnt ihr hier und hier lesen. Ein Online-Slam ohne Ton und ihr könnt hier ganz unten abstimmen und/oder […]

  2. basti sagt:

    gruß an alle klobörstendamen

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