Archiv für den Monat Juni 2009

Die große Quengelexemplar-Poetry-Challenge, Folge 2

Was bisher geschah:

Und hier ist das Ergebnis:

ACH HERZ

Mein Herz, ach du gibst mir den Rest
und denkst dir so gar nichts dabei.
Du wünschst alten Damen die Pest,
ergreifst für Piraten Partei.

Ich fühle mich stets überrannt,
wenn etwas dich packt, ach mein Herz.
Dann trampelst du wie ’n Elefant
nur blindlings drauflos, unheilwärts.

Und hol ich dir Futter ins Haus,
dann setzt es ein donnerndes „Nein“.
Dir reichen Orangen nicht aus.
Es muss die Plantage gleich sein.

Doch Herz, es ist bald mal genug.
Empfindest du so denn nicht auch?
Ich habe statt Schmetterlingsflug
stets Hubschraubereinsatz im Bauch.

Die Liebe ist manchen Magie,
doch dir böse Kraft, die zerreißt.
Koloss, der dich gnadenlos wie
Bürostuhlachsen verschleißt.

Mein Herz, ach wir werden nicht alt
und finden zusammen kein Glück.
Und steh’n wir vorm Herrgott – wohl bald –
dann geb‘ ich dich einfach zurück.

Song gegen die Klicktatur

Die Menschen, die den notorischen Zensursula-Song verbrochen haben, sind bestimmt furchtbar nett. Und ich habe wirklich versucht, das Lied zu mögen, einfach weil die Komponisten bestimmt unfassbar sympathisch und ihre Ziele so redlich sind. Aber: es hat einfach nicht geklappt. Ich kann diesem Stück Musik, gelinde gesagt, gar nichts abgewinnen. Doch mal soll ja nicht immer nur meckern, sondern zumindest gelegentlich versuchen, es besser zu machen. Was in diesem Fall durch die ärgerliche Tatsache erschwert wird, dass ich zwar Musikliebhaber, aber kein Musiker bin.

Immerhin an einem Text konnte ich mich versuchen. Ich habe mich dabei lose an der Melodie des Songs „Atzelgift“ der Band Herrenmagazin orientiert.

Falls jemand, den unwiderstehlichen Drang verspürt, meinen Text zu vertonen, würde mich das unbeschreiblich glücklich machen. Aber auch etwas Feedback wäre toll. Hier ist das gute Stück:

Was ist nur geschehen, welcher Wahn hat euch geritten?
Irrenanstalt Deutschland und wir leben inmitten.
Hab‘ mein ganzes Leben keiner Fliege was getan.
Jetzt lauern Polizisten auf der Datenautobahn.

Ahnungslos habt ihr uns in den Abgrund manövriert.
Euch dabei als Retter keiner Kinder inszeniert.
Wisst ihr, welchen Namen diese Fehlentwicklung hat?
Kleiner Tipp: man sagt uns, sie findet hier nicht statt…

Refrain (2 x):
Und ihr seht alt aus.
Zensur wird euch nicht helfen.
Ihr seht so alt aus,
weil ihr das Netz halt nicht versteht.

Denn ein großer Gegner hat euch nun den Kampf geschworen –
500 mal 1000 schlaue Multiplikatoren.
Immer, wenn ihr Lügner meint, ihr müsstet wieder durchdreh’n,
werden wir schon da sein und wir lassen’s euch nicht durchgeh’n.

Wollt ihr ewig lügen? Nein, das wäre zu verwegen.
Gut vernetzte Hirne sind euch immer überlegen.
Wir werden noch siegen und euch bleibt nur Spott und Hohn.
Dürfen wir uns vorstell’n? Unser Name ist Legion.

Refrain (2x):
Und ihr seht alt aus.
Zensur wird euch nicht helfen.
Ihr seht so alt aus,
weil ihr das Netz halt nicht versteht.

Die große Quengelexemplar-Poetry-Challenge: Das Ergebnis

Was bisher geschah, könnt ihr hier nachlesen. Und dies ist nun das Ergebnis:

Es ist schon fast Mittag, ich geh‘ aus dem Haus.
Die Sonne sieht wie ’ne Intimwarze aus.
So rot und hervorstechend, nicht so behaart.
Ich zieh‘ mir ’nen Snack aus dem Wurmautomat.

Was ist denn heut‘ los? Mir wird kalt, mir wird warm.
Ein nackter Mann schreit mich an: „Hasenalarm!“
Mein Blick hat zu lange wohl auf ihm geruht.
Ich find‘ halt, die Strumpfhose steht ihm nicht gut…

Und jetzt, wo ich hier in die Hauptstraße bieg‘ –
’ne Frau macht auf halbtoten Welpen Musik!
Das reicht! Ich geh‘ heim und ich leg‘ mich auf’s Ohr.
Die Welt kommt mir heute zu merkwürdig vor.

Hat mir wirklich Spaß gemacht, dieses Experiment. Wird bestimmt bald mal wiederholt. 🙂